Enttäuscht kehrte Constanze Siering mit einem vierten Platz im Achter von der U23 WM aus Amsterdam zurück.

"Das war nicht das, was wir uns in diesem Rennen erhofft hatten. Dass die Überseenationen Canada,  Neuseeland und die USA traditionell sehr starke Mannschaften schicken würden, damit hatten wir schon gerechnet. Dass wir aber mit über fünf Sekunden Rückstand auf den Dritten, die USA, im Kampf um die Medaillen chancenlos sein würden, das ist uns schon ziemlich an die Nieren gegangen.“

Constanze Siering in AktionSchon im Bahnverteilungsrennen am Freitag zeichnete sich ab, dass es für den deutschen Frauenachter schwer werden würde, das von den drei Booten aus Übersee vorgelegte Grundtempo mithalten zu können. Im Endlauf am Sonntag konnte man ein kleines Hoffnungsfünkchen auf den auf der Amsterdamer Bosbaan herrschenden Schiebesturm  setzen, der möglicherweise den körperlich unterlegenen Deutschen einen kleinen Vorteil hätte verschaffen können.

Doch bereits zwischen 500 und 1000 Metern verlor das deutsche Boot den Anschluss: am Ende waren es dann fast 10 Sekunden auf den Sieger Canada, sieben Sekunden auf den Zweitplatzierten Neuseeland und fünf auf die Bronzemedaille (USA).
Constanze:“ Es gibt natürlich schon sehr zu denken, wenn man in einem Rennen, wo es eigentlich ganz gut läuft, wo die vier schnellsten Zweier im Boot  sitzen und dann noch mit einer optimalen Vorbereitung und für uns günstige äußere Bedingungen so weit  hinterherfährt. Das ist schon sehr frustrierend.“

Tatsächlich scheint der DRV im Frauen-Riemenrudern den Anschluss an die Weltspitze verloren zu haben. Auch im letzten Jahr kam der U23 – Achter über einen vierten Platz nicht hinaus. Im A - Bereich verpasste der Achter bei den letzten Weltmeisterschaften in Neuseeland den Endlauf und wurde Siebter. In 2009 sah es mit einem fünften Platz für den U23 – Achter und einem vierten Platz für den  A – Achter auch nicht sehr viel besser aus.

Offensichtlich müssen die DRV – Gewaltigen das gesamte Trainingssystem für den Frauen-Riemenbereich im Hinblick auf die Olympischen Spiele London  2012  auf den Prüfstand stellen. Am besten das Selektionssystem gleich dazu; denn dass sich in Amsterdam ausgerechnet die vier „aussortierten“ Ruderinnen mit einem Start-Ziel-Sieg im Vierer ohne die einzige Riemenmedaille holten und noch dazu in Gold, das ruft schon Erstaunen hervor und weckt gewisse Zweifel an dem im DRV- Frauenriemenbereich praktizierten Vorgehen. (Dr. H.-J. Siering)

Constanze Siering (3.v.l.) mit Schlagfrau Constanze Duell (München) und Steuerfrau Jaqueline Jozwiak (Kettwig)
Vorbereitung auf das Rennen:  Die Konzentration ist den Athletinnen ins Gesicht geschrieben
   
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